Gabionen

Gabionen, auch Steinkörbe, Gitterkörbe oder Drahtschotterkörbe genannt, sind mit Steinen gefüllte Drahtkästen. Das Wort Gabione leitet sich vom italienischen „gabbione“ ab, was soviel wie Korb oder Käfig heißt. Ursprünglich von Ingenieuren für den Straßen-, Wege- und Hangverbau entwickelt, sind Gabionen in den letzten Jahren sehr in Mode gekommen und werden immer häufiger auch in der Gestaltung von Freiräumen und Privatgärten eingesetzt.

Eigenschaften und Verbau

Gabionen werden in der Regel in Größen bis 4 m³ hergestellt und verbinden viele Vorteile eines modernen Baustoffes: durch das schnelle Versetzen wird Platz und Zeit auf der Baustelle eingespart; der ökologische Wert der hohlraumreichen Körbe und die Pflegeleichtigkeit ermöglichen die unterschiedlichsten Einsatzgebiete.

Gabionenwände werden dank ihrer schallabsorbierenden Wirkung auch oft für den Lärmschutz verwendet. Graffitisprayer meiden die Körbe; Hochbauarchitekten haben schmale Gabionen daher inzwischen auch für Fassadenverkleidungen entdeckt.

Mit dem Einsatz von Zink-Aluminium beschichteten Drähten ist ein hoher Korrosionsschutz gegeben. Einzelne Hersteller bieten inzwischen auch Gabionenkörbe aus Edelstahldraht an.
Bei Stützwänden und Hangabfangungen ist der Einsatz der Drahtkörbe oft eine preiswerte Alternative zum Einsatz von Betonfertigteilen oder dem Aufschichten von Trockenmauern. Wie bei jedem Erdstützbauwerk muss aber auch hier auf eine entsprechende Fundamentierung und ggf. auch Entwässerung geachtet werden.

Die einzelnen Körbe können im Baukastenprinzip an Ort und Stelle frei gestellt, mehrere neben- oder aufeinander montiert oder treppenartig versetzt angeordnet werden – je nach Zweck, Geländeform und Gestaltungsidee können so spannende Raumbilder entstehen.

Füllmaterialien

Bei Gabionen ohne besondere Ansprüche an die Optik wird das Füllmaterial einfach geschüttet. Ästhetisch ansprechender (und damit teurer) sind Gabionen, deren Ansichtsflächen per Hand ähnlich einem Trockenmauerwerk geschichtet werden.

Einige Steinwerke bieten inzwischen auch werkseitige Gabionen an; die bereits fertig befüllt zum Verwendungsort geliefert werden. Die Körbe lassen sich außer mit Bruchsteinen auch mit vielen anderen Materialien füllen. Von Kieselsteinen über farbigen Glasbruch und Holzscheite ist so gut wie jede Befüllung denkbar. Durch die Wahl der Füllung erhält jede Wand einen natürlichen, individuellen Charakter und damit eine einzigartige Ausstrahlung. Die Füllung kann für eine harmonische Einfügung in die Umgebung bis hin zur kontrastierenden Akzentsetzung sorgen.

Gartengestaltung

In Privatgärten werden Drahtschotterkörbe insbesondere zur Geländemodellierung und als dekorativer Sichtschutz verwendet. Eine Gabione kann aber auch die Grundlage für eine Bank im Außenbereich bilden. Sie eignen sich insbesondere für die formale Gestaltung; in eher landschaftlich geprägten Gärten können sie einen bewussten Akzent bilden. Eine Begrünung der Gitterkronen ist möglich; besonders Stauden aus dem Lebensbereich Steingarten fühlen sich dort wohl und tragen zusätzlich zum ästhetischen Wert der Anlage bei. Auch Kletterpflanzen, die im Drahtgeflecht eine ideale Rankhilfe finden, nehmen den Körben ein wenig von ihrer Strenge.

Die robusten und vielseitigen Gabionen stellen bei guter Planung und einfühlsamer Eingliederung in die Umgebung eine Bereicherung für die Gartengestaltung und eine preiswerte Alternative zu konventionellen Mauern und Winkelsteinen dar.