Kieselpflaster

Kieselpflaster ist ein aus einzelnen Kieseln gesetztes Pflaster. Da Kiesel in unterschiedlichsten Größen, Formen und Farben natürlich vorkommen, ist es ein universell einsetzbares Material für die Wegegestaltung.

In früheren Jahrhunderten wurde Kieselpflaster im Wegebau häufig verwendet, da die kleinen Steinchen leicht zu finden waren. So konnte man trotz Geld- und Materialmangel mit eigentlich ungeeigneten, aber fast uneingeschränkt verfügbaren Steinen eine Wegebefestigung herstellen. Allerdings war der Belag meist gar nicht sichtbar, sondern mindestens mit einer Sandschicht abgedeckt oder geschlämmt. Eine andere Ursache für das Vorkommen dieses Pflasters war das Fehlen der lehmgebundenen Schotterdecke auf einer klassischen alten Schotterstraße. Wurde die Verschleißschicht nicht regelmäßig erneuert und repariert, kamen die Köpfe der Packlage zum Vorschein.

Heute findet Kieselpflaster insbesondere in südlichen Ländern Verwendung.

Eigenschaften / Material und Farbe

Kieselpflaster wird niemals an seiner bequemen Begehbarkeit gemessen, sondern es muss gefallen und in den Garten und sein Umfeld passen. Seine lebendige Struktur, die rauhe Oberfläche, die unregelmäßigen Konturen und die erdigen Farben fügen sich natürlich in die Umgebung ein.

Flusskiesel werden im Bachbett vom Wasser stromabwärts in immer wieder neue Muster gelegt. Diese Dynamik scheinen sie im Pflaster, obwohl in Mörtel eingefasst, zu bewahren.

Kiesel sind in unterschiedlichsten Größen, Formen und Farben erhältlich. Ob im Fischgrätenmuster, im Wechsel aus waagrechtem und senkrechtem Reihenverband, ob als Kreise, geometrische Figuren oder Ornamente sind die kleinen Steinchen flexibel im Sand- oder besser im Mörtelbett zu verlegen. Eine Variante der Kiesel sind die sogenannten 'Katzenköpfe'. Dies sind zerschlagene oder geköpfte Flusskiesel, die mit der glatteren Bruchseite nach oben verlegt werden. Eine besondere Optik erhält die Pflasterfläche auch, wenn die Kiesel mit der schmalen Seite nach oben verlegt werden. 

Verbau

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Kiesel als Pflasterfläche zu verbauen. Eine Variante ist, eine 20 cm starke Tragschicht aus Magerbeton vorzubereiten und die Kiesel in eine 5 cm Trasszementmörtelbettung mit Pflasterhammer einzuklopfen. Wichtig ist hier die Vermeidung von Hohlraumbildungen. Ist eine Höhenegalisierung erforderlich, kann diese mit Handramme oder leichter Rüttelplatte erfolgen. Anschließend werden die Fugen mit Trasszementmörtel eingeschlämmt und die Oberfläche mehrmals abgesandet oder mit erdfeuchtem Trasszement-Sand-Gemisch ausgefegt und gewässert. Eine alternative Bauweise ist der Einbau einer mindestens 20 cm starken Kiessand-Tragschicht und die Verlegung der Kiesel in eine 5 bis 10 cm dicke Betonbettung.

Gartengestaltung

Der Verwendung des Kieselpflasters sind in der heutigen Gartengestaltung eigentlich keine Grenzen gesetzt.

Als Wege-, Platz- oder Flächenbelag in asiatischen, natürlich landschaftlich gestalteten Gärten als auch in Bauerngärten kommt es zum Einsatz. Kieselpflaster wird mit künstlerischer Kreativität eingesetzt. Romantische Gärten erhalten so ihren unverwechselbaren Charme aber auch in die formale Gartengestaltung lässt sich dieser Belag integrieren und als Kontrast oder Auflösung der geraden Linien und Formen einbringen. In einem mediterran angelegten Garten ist Kieselpflaster beinahe ein Muss. Keine andere Oberfläche spiegelt mehr den spanischen, italienischen oder griechischen Flair des Mittelmeerraumes wieder. Im öffentlichen Raum, ob in Altstädten oder in historisch sanierten Außenanlagen von Burgen und Schlössern wird Kieselpflaster als Wege-, Platz- und Gestaltungsfläche verwendet.

Mehr als jedes andere Natursteinpflaster lebt es durch seine Struktur und gibt jedem Garten seine individuelle Note.