Liquidambar styraciflua – Amerikanischer Amberbaum

Herkunft und Verbreitung

Der Amerikanische Amberbaum stammt aus Nordamerika. Er kommt dort von den USA bis nach Mexiko und Guatemala insbesondere in Auwäldern vor und wird forstwirtschaftlich genutzt.

Die Pflanze wurde 1681 erstmals von dem englischen Botaniker John Banister nach England eingeführt und fand bald weite Verbreitung als Zierbaum in Mitteleuropa.

Beschreibung

Der Amerikanische Amberbaum ist ein sommergrüner Laubbaum, der an seinen Heimatstandorten Wuchshöhen bis 45 Meter (in Mitteleuropa allerdings nur 10 bis 20 Meter) erreicht und einen kegelförmigen Wuchs besitzt. Im Alter wird die Krone rundlicher und offener. Die Rinde ist insbesondere im Winter eine große Zierde, da sich am älteren Holz interessante Korkleisten bilden. Das Laub ist ahornähnlich, fünf- bis siebenlappig, etwa 10 bis 15 Zentimeter lang und breit und wechselständig angeordnet. Wenn man die Blätter zerreibt, verströmen sie einen angenehmen Duft. Nach den kleinen und unauffälligen gelbgrünen Blüten im Mai folgen stachelige, langgestielte und kugelige Fruchtstände, die etwas an Platanenfrüchte erinnern und meist noch lange im Winter am Baum haften bleiben. Der Baum ist einhäusig; das heißt jeder Baum hat sowohl männliche als auch weibliche Blüten. Bekannt ist der Amerikanische Amberbaum für seine prachtvolle und langanhaltende Herbstfärbung in vielen Tönungen von violett über rot bis zu orange.

Amberbäume meiden verdichtete und kalkreiche Böden. Sie sind wärmebedürftig und bevorzugen vollsonnige Standorte. Da sie in der Jugend etwas frostempfindlich sind, sollten sie im Frühjahr gepflanzt werden.

Nutzung und Wissenswertes

Aus dem Stamm wird traditionell ein flüssiges Balsamharz namens Styrax gewonnen, das die Indianer als eine Art Kaugummi kauten; daher rührt auch die gängige Bezeichnung „American Sweetgum“. Heutzutage dient es auch zur Parfümierung von Seifen, Kosmetika und Tabak, zur Herstellung von Klebstoffen und Ölen sowie als Mittel gegen Husten und Hautkrankheiten. Der botanische Gattungsname Liquidambar leitet sich von diesem aromatischen Harz ab (lateinisch liquidus = flüssig; arabisch ambar = Duftstoff).
Das schön gemaserte und anhaltend duftende Holz erinnert an Walnussholz und wird in der Möbel- und Papierindustrie verwendet. Die Zweige des Baumes sind gesuchte Wünschelruten.

Gartengestaltung

Amberbäume werden gerne als markante Solitär- und Parkbäume verwendet und sind wegen ihres Wuchses nur für größere Hausgärten geeignet. Die Kombination von Liquidambar mit seiner roten Herbstfärbung und Acer campestre (Feldahorn) mit goldgelber Blattfärbung ist besonders reizvoll.