Paulownia tomentosa - Blauglockenbaum

Herkunft und Verbreitung

Der Blauglockenbaum oder Kaiserbaum ist ursprünglich in Zentral- und Westchina beheimatet. Er wird aber weit darüber hinaus als Zierbaum kultiviert, insbesondere in wärmebegünstigten Regionen, wo er auch als invasive Art vorkommt.

Beschreibung

Der Blauglockenbaum wächst als sommergrüner, laubabwerfender Baum mit Wuchshöhen - und -breiten von 12 bis 15 Metern. Insbesondere in der Jugend ist er sehr raschwüchsig. Sein auffälliger Wuchs mit meist kurzem, geraden Stamm, dicken Ästen und breiter, lichter Krone lassen ihn schon von weitem gut erkennen. Die Rinde ist glatt und grau. In Bezug auf den Boden ist er anspruchslos, mag nicht zu arme, mäßig trockene Böden. Er bevorzugt einen warmen und windgeschützten Standort in sonniger Lage; Schatten verträgt er nicht. In der Jugend ist er etwas frostempfindlich und benötigt zum Teil Winterschutz. Nach dem Rückschnitt erfrorener Triebe erfolgt jedoch ein starker Neuaustrieb. Auffällig sind die großen, herzförmigen und gegenständig angeordneten, bis zu 50 Zentimeter breiten Laubblätter. Sie sind langgestielt, mattgrün und unterseits samtig behaart.

Die Knospen sind auffällig braunrot behaart. Von April bis Mai vor dem Blattaustrieb erscheinen die Blüten in aufrechten, verzweigten, bis zu 40 Zentimeter hohen, traubigen Blütenständen. Die glockenförmigen, bläulich-violetten Blüten sind bis 6 Zentimeter lang, wobei die Einzelblüten fingerhutähnlich sind und einen gelb-gestreiften Schlund aufweisen. In ungünstigen Lagen sind Blütenschäden durch Spätfrost möglich.

Die walnussgroßen, spitz zulaufenden Kapselfrüchte sind zuerst grün, später dann braun und verholzt und verbleiben bis zum Frühjahr als im Wind klappernder Winterschmuck am Baum. Sie enthalten hunderte winzige, geflügelte Samen in zwei Fächern.

Sein markanter Habitus, die violetten Blütenstände, die großen Blätter sowie die leicht klebrigen und spitzen Kapselfrüchte machen den Blauglockenbaum fast unverwechselbar. Einzig der mit ihm verwandte Trompetenbaum (Catalpa bignonioides) ähnelt ihm im Blattschmuck.

Nutzung und Wissenswertes

Nach Europa wurde der Blauglockenbaum vom Würzburger Naturforscher, Arzt und Japanologen Philipp Franz von Siebold gebracht. Siebold benannte den Baum nach der niederländischen Kronprinzessin und späteren Königin Anna (Pawlowna), die eine Tochter des russischen Zaren Paul I. war. Der Blauglockenbaum war auch der Lieblingsbaum von Kaiser Franz Joseph. In den Städten des ehemaligen Österreichischen Kaiserreichs stehen daher sehr viele Blauglockenbäume.

Das Holz des Blauglockenbaums wird aufgrund seines häufigen Vorkommens und der guten Eigenschaften als Klangholz in China gern zur Herstellung von Musikinstrumenten verwendet. So wird beispielsweise bei vielen Elektrogitarren der Korpus aus Paulownia-Holz gefertigt. Auch für die Herstellung von Tischtennis-Hölzern werden Kernfurniere aus dem Holz gerne verwendet. Wegen seines schnellen Wachstums wird an einer landwirtschaftlichen Verwertbarkeit geforscht.

Der Blauglockenbaum findet sich in einer Vielzahl von japanischen Wappen und ist Teil des Wappens des japanischen Premierministers.

Gartengestaltung

Der Blauglockenbaum ist ein exquisiter Solitärbaum für ausreichend große Garten- und Parkanlagen. Besonders zur Blütezeit bietet er einen prachtvollen Blickfang aufgrund seiner außergewöhnlichen Blütenfarbe. Seine großen und tropisch anmutenden Blätter und sein eigenwilliger Wuchs machen ihn jedoch auch sonst zu einem attraktiven und beliebten Zierbaum.